Montag, 14. Mai 2018

Circusstad und Young Stage Festival

Ich bin irgendwie zur Zeit wirklich dauernd am rotieren. Es waren also Ferien, ich war zuhause und habe dort einen Workshop gegeben. Zurück in Rotterdam fand dann das Circusstad Festival statt.
Vom 02. bis 06. Mai mitten im Zentrum. Es gab ganz viele verschiedene Vorführungen zu sehen, sowohl in Theatern als auch in Zelten sowie unter freiem Himmel. Ich habe mir natürlich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und etliches angeschaut. Hier eine kurze Auflistung.

Gravity and other myths – A Simple Space (Australien)

Eine Show mit 6 Akrobaten und einem Musiker, die auf kleinstem Raum herumturnen. Technisch gesehen waren die wirklich hervorragend, und es gab auch ein paar Momente in der Show, die ich wirklich sehr genossen habe. Allerdings hat mir das Konzept nicht so gut gefallen. Im Prinzip bestand die ganze Show aus unterschiedlichen Spielen (wer kann am längsten im Handstand stehen, die meisten Rükwärtssalti machen, am längsten die Luft anhalten,....). Da war nicht viel Neues dabei. Aber es war sehr unterhaltsam und kam beim Publikum hervorragend an.

Wes Peden – Zebra (USA)

Eine 50-minütige Soloshow des Jongleurs Wes Peden. Jongliert und manipuliert werden Bälle, Keulen, Ringe, ein langes Stück Vorhangfransen (die auch sein Kostüm zieren), Schallplatten und Lampen. Das ganze unterlegt mit hervorragender Musik. Mir persönlich hat das wirklich gefallen. Auch die Q&A-Runde nach der Show war sehr interessant.

Familiar Faces – Not sure where this came from (Netherlands)

Die 4 Akrobaten habe ich vor gut einem halben Jahr schonmal gesehen mit dem gleichen Stück. Sie arbeiten aber noch dran, deshalb gab es einige Veränderungen. Hat mir damals schon sehr zugesagt, daran hat sich nichts geändert. Sehr clevere und kreative Übergänge zwischen verschiedenen Elementen, tolles Zusammenspiel der Gruppe.

Circo Eia - In Tarsi (Spanien)

Wiederum 4 Akrobaten, die sich eine Spaß drauß machen ihre Bühne zu zerlegen und mit den Einzelteilen zu experimentieren. Eine Mischung aus Acro Dance, H2H, Teeterboard, Sprungseil, Banquine und ein bissche Chinese Pole. Im Zelt hatte es gefühlt 40°, Hut ab an die Truppe fürs Durchhalten. Super Show!

Dann habe ich mir noch 2 kleinere Shows angesehen, einmal Captain Sugar and the Monkey Puppets und dann noch Tall Tales Acrobatics. Beides mit vielen ehemaligen StudentInnen von Codarts.
Außerdem habe ich zusammen mit Dries und einem Freestyle-Basketballer unser Projekt vorgeführt. Das lief nicht ganz optimal, war aber in jedem Fall eine gute Erfahrung und es hat Spaß gemacht.

In der darauf folgenden Woche ging es dann wieder weiter mit normalem Unterricht. Allerdings nur für 3 Tage, denn Donnerstag war ein Feiertag. Und Freitag habe ich mir als Brückentag freigenommen. Meine Mama hat mir nämlich zum Geburtstag eine Eintrittskarte zum Young Stage Festival in Basel geschenkt. Und ich dachte, wenn ich schonmal in die Schweiz fahre, dann nehme ich mir auch ein bisschen länger Zeit. Zum Glück! Ich musste nämlich feststellen, dass Basel absolut zauberhaft ist. Vielleicht die schönste Stadt in der ich bisher war. Und dann hatte ich auch noch riesiges Glück mit dem Wetter (sogar ein bisschen zu viel – ich habe mich doch tatsächlich ordentlich verbrannt). In jedem Fall habe ich mir Basel und die wunderschöne Altstadt angesehen, war im Rhein für eine kurze Abkühlung, mit meiner Mama richtig lecker Essen und habe es sehr genossen. Und dann war natürlich noch das Festival. Das war von der Art her in etwas so wie das Festival mondiale du cirque de demain in Paris. Es gab mehrere kurze Acts von verschiedenen KünstlerInnen, teils Solo, teilweise aber auch im Duett oder zu dritt. Einige der Acts hatte ich schon vorher gesehen. Trotzdem war es sehr interessant so viele unterschiedliche Vorführungen in so kurzer Zeit zu sehen. Aus vielen verschiedenen Ländern, mit vielen verschiedenen Stilen. Natürlich hat mir nicht alles zugesagt, aber die so gut wie alle Teilnehmer hatten ein sehr hohes technisches Level und etliche haben mir auch vom künstlerische Konzept her zugesagt. Es war definitiv ein toller Abend.
Am Sonntag war es leider dank Gewitter in der Nacht wesentlich kühler und nieselig. Das war ein bisschen schade, denn es gab an dem Tag ein tolles Outdoor-Programm. Das hat aber leider später angefangen als geplant, aufgrund der Wetterlage. Und weil mein Zug sich leider nicht nach hinten verschieben lies konnte ich nur 2 der Shows sehen. Vor allem die zweite war aber toll, eine Gruppe von 3 Frauen, die sich LadyCocktail nennt. Alle 3 zeigen ihr Können am Schwingenden Trapez und untermalen das ganze noch mit ein paar lustigen Einlagen auf Französisch (ich habe mehr als erwartet verstanden).
Ach, fast vergessen zu erwähnen habe ich eine Hochseil-Überquerung des Rheins. Die fand am Samstag statt, auch im Rahmen des Festivals. Und das war wirklich schön anzusehen!

Jetzt sitze ich im Zug auf dem Rückweg nach Rotterdam. Natürlich funktioniert das Internet nicht. Deswegen schreibe ich diesen Text auf meinem Laptop vor, damit ich ihn später veröffentlichen kann.
Nächstes Wochenende bin ich übrigens schon wieder unterwegs, dann in Schweden.

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