Sonntag, 7. Januar 2018

Winterfest 2017 in Salzburg

2 Wochen Weihnachtsferien. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen fleißig zu trainieren, wenigstens ein bisschen Handstand und Krafttraining. Hat Natürlich überhaupt nicht geklappt aufgrund dauerhafter Übersättigung inklusive unschlagbarer Faulheit aufgrund erstklassiger Weihnachtsstimmung. Naja, gut getan hat es auf jeden Fall.
Trotzdem gab's einiges an Zirkuszeug zu bestaunen in den Ferien. Auf Arte gab es nämlich einen Thementag Zirkus mit verschiedenen Ausstrahlungen (O - Cirque du Soleil, Cirque de Demain 2017, Reversible - Les 7 doigts de la main). Außerdem kam, wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit das Zirkusfestival von Monte Carlo dran. Habe ich mir alles angesehen.
Und dann hat meine liebe Mama mir zu Weihnachten noch ein besonders tolles Geschenk gemacht. 2 Eintrittskarten für das Winterfest in Salzburg. Mit ihr und meiner Schwester und deren Freund.
Die Salzburger Getreidegasse bei Nacht
Wir sind also alle zusammen mit dem Zug nach Salzburg getuckert und haben da in einem herrlichen Hotel logiert (Hotel zur Post/ nachhaltig und bio und alles - danke Mama!). Leider hat es die meiste Zeit geregnet, trotzdem war es ein toller Ausflug. Und Salzburg ist ganz außergewöhnlich schön, selbst bei Dauerregen.
Aber nun zum Zirkus: Also, das Winterfest gibt es schon seit 2001. Georg Daxner hat das ganze initiiert weil er den zeitgenössischen Zirkus so faszinierend fand. Jetzt gibt es das ganze ja schon etliche Jahre und es hat sich zum größten Festival für zeitgenössischen Zirkus im ganzen deutschsprachigen Raum gemausert. Es wird auch echt was geboten: die Kompanien, die dort spielen, gehören oft zu den gefragtesten der Zirkusszene.
Ich habe mir 2 davon ansehen könne. Am ersten Tag zusammen mit meiner Mum die Compagnia Baccalà mir ihrer Show Pss Pss. Bei dem Duo handelt es sich um 2 Clowns, die mittlerweile schon ein eingespieltes Team sind. Die ganze Show kommt ohne ein gesprochenes Wort aus (es sei denn, man möchte ein gelegentliches "Pss pss" als Wort zählen). Außerdem gibt es auch ein bisschen Akrobatik, Musik und Trapez zu sehen und hören. Wirklich sehr unterhaltsam. Wie die beiden ihre Mimik unter Kontrolle haben, das ist wirklich faszinierend. Und die Situationskomik (mit mehr oder weniger freiwilliger Hilfe aus dem Publikum) war auch toll. Ein sehr lustiger Abend.
Und bei Tag - sogar mit blauem Himmel!
Am zweiten Abend dann haben wir auch meine Schwester und ihren Freund mitgenommen. Da haben wir uns die Companie XY angesehen. Das war wirklich krass. Allein technisch gesehen wirklich der Hammer. Mit welcher Leichtigkeit die 22 ArtistInnen da ihre Türme bauen und sich gegenseitig hochwerfen oder mit dem Schleuderbrett in die Luft katapultieren. Vor allem die Verbindungen zwischen den technischen Elementen fand ich sehr interessant, sowie die Auf- und Abgänge für die verschiedenen Figuren. Das ganze war mit ein bisschen Lindy Hop vermischt. Was ich mindestens genauso interessant fand wie die Show war wie die Companie aufgebaut ist. Es gibt keinen Leiter und auch keinen Eigentümer, sondern alle haben die gleichen Rechte und Pflichten, es wird gemeinschaftlich gearbeitet und entschieden. Ganz nach dem Motto: Alleine geht es schneller, aber zusammen kommt man weiter.
Ich fand es auf jeden Fall wirklich toll dort.
(Und, wie schon erwähnt, ist Salzburg eine äußerst pittoreske Stadt, selbst im Regen. Der mir übrigens einen hervorragenden Anlass gab mir endlich eine anständige Regenjacke zuzulegen - in Rotterdam auf jeden Fall immer vonnöten! Ich habe in einem knuffigen Miniladen namens "Wasserstoff" in der Münzgasse eine ganz tolle von der Hamburger Marke derbe erstanden. Die ist so schön knallgelb, dass ich den nächsten Regenguss hier in Rotterdam kaum erwarten kann!)

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