Sonntag, 27. August 2017

Cirque Nouveau in der Autostadt

Kurze Randnotiz: Ich wollte diesen Post ursprünglich schon am Sonntag veröffentlichen, dummerweise wurde aber die komplette zweite Hälfte (die ich im Zug geschrieben habe) nicht gespeichert - deshalb tue ich das jetzt nochmal.
Ich gebe gleich anfangs zu, dass ich mir mit diesem Post ziemlich viel Zeit gelassen hab - ich war nämlich schon Anfang des Monats in Wolfsburg um mir einige Shows im Rahmen des Cirque Nouveau Festivals der Autostadt anzusehen. Naja, immerhin ist es immer noch August :P
Das ganze läuft da übrigens so ab: während 6 Wochen im Sommer gibt es jede Woche ein neues Programm, mit 3 verschiedenen Streetperformance-Gruppen und 2 größeren Produktionen im Zelt.
(Anscheinend wird der ganze Zirkus nur veranstaltet um die Autostadt zu bewerben wo man eine Unmenge verschiedener Autos ansehen und kaufen kann. Voller Stolz kann ich allerdings behaupten, dass ich in keinem einzigen dieser Autohäuser war. Ich war ja wegen des Zirkus da!)
Folgende Gruppen/Shows habe ich gesehen:


Katgegorie Streetperformance


Eine kleine Kompanie aus Österreich, die mit faszinierenden Objekten aus Holz 4 verschiedene Shows dargeboten hat. Vom Konzept her hat mir das ganze sehr gut gefallen, vor allem die verschiedenen Holzbasteleien und die schlichten Kostüme. Allerdings fand ich die Bühnenpräsenz der Darsteller nicht so gut, das war mir zu gekünstelt und übertrieben. Das ist allerdings eine persönliche Meinung, die Shows kamen beim Publikum insgesamt sehr gut an.
Aber vor allem die 3 Herren der Kompanie (Walter Mooshammer, Lukas Steiner und Fausto de Souza) hatten definitiv was auf dem Kasten.

Am besten Beschrieben wohl als Musical-Zirkus. Ok, das ist nicht die beste Beschreibung - denn die Art der Musik war nicht typisch "Musical". Aber es gab viel Musik bei dieser Show, selbstgemacht natürlich, unter Verwendung aller Requisiten (einer Reihe von Türen, die unterschiedliche angeordnet werden konnte) und Artisten. 2 sehr gute Sänger außerdem, das hat man sich gerne angehört. Allerdings hat mir ein bisschen das Gesamtkonzept gefehlt, teilweise hat es gewirkt wie willkürliche Szenen und Lieder aneinandergereiht. Die Artisten waren nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Eine schöne Straßenshow, die ich mir in jeder Fußgängerzone gut vorstellen kann.

Kategorie Bühnenshows


Okay, schon die erste Nummer fällt hier aus dem Rahmen - sie fand nämlich nicht auf einer Bühne, sondern in einem Zelt statt. Das ganze ist eine 1-Mann-Show, die weniger auf spektakuläre Artistik (nicht dass es nicht auch den ein oder anderen Moment gegeben hätte!) als auf Dramaturgie und Atmosphäre abzielt. Danny Ronaldo gibt den letzten Spross einer Zirkusdynastie von großen Artisten, die alle schon verstorben sind - und auch direkt in der Zirkusmanege begraben. Während der Show stellt er die ehemaligen Artisten alle vor und verkörpert ihre Charaktere großartig. Wirklich eine tolle Show, bei der genau auf Konzept und Ausführung geachtet wurde. Würde ich jedem Kunstinteressierten empfehlen. Vor allem das Schlussbild ist übrigens phänomenal.


Auch hier handelt es sich um eine 1-Mann-Show. Allerdings von ganz anderer Art. Jamie Adkins versteht es fabelhaft sein Publikum mit einzubeziehen und zum lachen zu bringen. Ganz abgesehen von seinen außergewöhnlichen artistischen Fähigkeiten, sei es Jonglage, Leiterbalance oder Schlappseil - um nur diejenigen zu nennen, von denen ich die Namen weiß. Denn er hat noch eine Unmenge unglaublicher Tricks in seinem Programm, die allerdings schwer zu beschreiben sind. Hat mir uns meiner Familie so gut gefallen, dass wir es uns 2x angesehen haben.

  • 3) Nouveau Cirque de Vietnam
Das war die größte Produktion die wir in Wolfsburg gesehen haben. (Bühne und Tribüne waren auch wirklich groß, genau wie der Zuschauerandrang - deshalb saßen wir relativ weit hinten und hätten Operngläser gut gebrauchen können.) Die Company besteht aus ca. 25 ArtistInnen, die mit den faszinierendsten Requisiten (unter anderem riesige Körbe, meterlange Bambusstöcke und seltsame Dinger die aussahen wir hölzerne Schneebesen) tolle Bilder kreieren und auch artistisch wirklich Spitzenklasse sind. In der Show wurde der Kontrast zwischen dem ländlichen Dorfleben und dem bunten Treiben in der Stadt in Vietnam thematisiert, das Bühnenbild war simpel aber wirkungsvoll und es gab etliche Aha-Momente. Die musikalische Begleitung (live auf der Bühne) war übrigens auch toll! Würde ich mir jederzeit nochmals ansehen - dann gerne aus der ersten Reihe ;)



So. Das war dann mein verspäteter Bericht. Diese Woche folgen hoffentlich noch ein Bericht aus Berlin und dann natürlich eine kurze Zusammenfassung meiner ersten Schulwoche!

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