So, hier nun noch der Bericht über mein Wochenende. Die letzten Tage war es, wie schon erwähnt, unglaublich sonnig und sommerlich und heiß und einfach toll. Deshalb habe ich den Samstagvormittag auf meinem Dach verbracht und mich dann in der Mittagshitze ums Taschen packen gekümmert. Denn am Nachmittag bin ich zusammen mit ein paar Klassenkameraden (Chris, Dries und Jessica) mit dem Fernbus nach Brüssel gefahren, um mir die Abschlusssolos der Studierenden von ESAC (École supérieure des arts du cirque de Bruxelles) anzusehen. Die Busfahrt war ziemlich angenehm, denn die Klimaanlage hat überraschenderweise hervorragend funktioniert. Das hat allerdings dazu geführt, dass wie beim Aussteigen in Brüssel fast einen Hitzeschlag bekommen haben. Zum Glück war der Weg zum Theater nicht sehr weit. Da haben wir dann noch Unmengen anderer Bekannter getroffen: Mitschüler, Freunde von anderen Schulen, Eltern von Mitschülern. Dann ging es auch schon los (drinnen war es übrigens noch heißer als draußen!). Die Absolventen hatten sehr unterschiedliche Spezialisierungen - Cloudswing, Chinese Pole, Hand to hand, Antipoden, Jonglage, Teeterboard - da war echt viel geboten. Technisch gesehen hatten fast alle ein sehr gutes Level (soweit ich das beurteilen kann). Was mir auch sehr gut gefallen hat war die Musikwahl; ich habe viele tolle Sachen gehört, die ich auch gerne mal verwenden würde. Außerdem war es toll, wie der Ablauf organisiert war. Denn natürlich musste zwischen den einzelnen Solos oft was auf der Bühne verändert werden, Sachen rein- oder rausgetragen, auf- oder abgebaut werden. Das haben die Absolventen super mit eingebunden. Es waren sozusagen kleine Minishoweinlagen zwischen den einzelnen Solos, die meist nicht länger als eine Minute gedauert haben, aber den Umbau wunderbar verpackt haben. (Vor allem nach unserem chaotischen Hin- und Hergerenne am Freitag toll zu sehen).
Von den Solos fand ich viele auch toll, allerdings waren auch einige dabei, die ich eher schrecklich fand (technisch wie gesagt einwandfrei). Da war der Aufbau einfach nicht gelungen, oder es war überhaupt nicht klar was die Intention dahinter war oder es gab ganz plötzliche Stimmungswechsel, die nicht ins Konzept gepasst haben. Hier gibt's ein paar schöne Fotos von dem Abend.
(Damit will ich das allerdings gar nicht schlecht reden - nachdem ich bei meinem Solo letzte Woche auch kurz vorm Verzweifeln war, weil ich keine wirklich gute Idee hatte was ich nur machen soll. Man kann ja nicht immer vor Einfällen übersprudeln.)
Nach der Vorstellung haben wir dann noch kurz mit zahlreichen Menschen gequatscht und sind dann mit Dries Eltern zu deren Haus gefahren, denn die haben uns gnädigerweise über Nach aufgenommen (der frühste Bus zurück nach Rotterdam wäre um 3 Uhr morgens gefahren). Da haben wir dann im Wohnzimmer unsere Nachtlager aufgebaut. Und bis 11 Uhr geschlafen. Und obwohl wir eigentlich geplant hatten am frühen Nachmittag wieder in Rotterdam zu sein, hat sich das alles etwas verzögert (ich gebe ehrlich zu, dass ich aktiv versucht habe das Ende unseres Aufenthalts hinauszuzögern :P). Denn das Wetter war herrlich, Dries Eltern haben einen wunderschönen Garten, wir haben gegrillt, es gab Obst zum Nachtisch, wir haben uns gut unterhalten - kurz: wir (oder zumindest ich) waren in ziemlicher Urlaubsstimmung. Trotz allem sind wir dann um halb 7 am Abend in den Zug gestiegen und waren bald darauf zurück im stickigen, stinkigen, asphaltieren Rotterdam. Juchhe, zuhause!
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