Montag, 13. Februar 2017

Vanavara - CNAC

Dieses Wochenende war ich also wie erwähnt in Paris, um die Absolventenshow Vanavara der Zirkusschule Centre national des arts de du cirque (CNAC) zu sehen. Kurzer Einschub: Ich war da zusammen mit Dries, Betka und Jessica, 3 meiner Klassenkameraden. Weil Dries' Vater sowieso nach Paris gefahren wäre, hat er gefragt ob irgendjemand gerne mitkommen mag. Wir haben ja gesagt und sind deshalb nicht nur nach Paris, sondern auch nach Belgien in die Nähe von Gent gereist um bei Dries' Familie einen Zwischenstopp einzulegen. Dort haben wir nicht nur leckeres Essen bekommen, sondern auch knuffige Lämmer gefüttert und außerdem einen Jugendzirkus in Gent besucht - Dries' komplette Familie ist sehr engagiert da - der eine alte Kirche sein Hauptquartier nennt. Ziemlich cool!
Das ganze war die Gruppenshow der Absolventen vom letzten Jahr. In Paris angekommen sind wir also auf ein ziemlich großes Veranstaltungsgelände mit verschiedenen Hallen und Plätzen gekommen und haben das Zirkuszelt ziemlich direkt gefunden. Bevor es losging haben wir in einem extra Cateringzelt unsere Brotzeit verdrückt (sicherlich verboten!) und die (diesmal sogar kostenlosen) Toiletten aufgesucht. Dann ging es ab ins Zelt.
Das Bühnenbild war relativ schlicht, aber schön atmosphärisch. Es standen einige kleine Baumgerippe herum, außerdem lagen Felsbrocken verstreut auf dem Boden. An der hinteren Seite des Zirkusrings stand ein Trampolin und an den Rändern waren ein Chinese Pole und ein Vertikalseil aufgebaut. Über dem ganzen hing ein riesiger Ring, der sich später als Lampe herausstellte. Dann ging es auch schon los. Die Musik war insgesamt eher minimalistisch und ruhig, ein bisschen gespenstisch teilweise. Besonders cool war, dass die Darsteller/-innen relativ viel zur Musik beitragen haben (Trompete, Saxophon, Glockenspiel, Gesang). Außerdem wurde während des gesamten Stücks mit Kreide auf den Boden gemalt, teilweise abstrakte Figuren, teilweise Darstellungen von dem was sich gerade auf der Bühne abgespielt hat (leider habe ich das von meinem Platz aus nicht sehen können und erst beim rausgehen gesehen). Jeder hatte einen kurzen Solopart in seiner jeweiligen Disziplin, meistens war aber der Großteil der Artist/innen auf der Bühne. Die gezeigten Disziplinen waren Partnerakrobatik, Contortion, Chinese Pole, Aerial Hoop, Strapaten, Bodenakro, Trampolin, Cyrwheel, Vertikalseil und Schwingtrapez. Besonders interessant war für mich natürlich, dass es gleich zwei Bodenakrobaten habe (die übrigens beide fabelhaft waren!). Zwischendurch konnte man sehen, dass alle Absolventen sehr gut Bodenakrobatik- und Trampolingrundlagen hatten. Außerdem gab es kurze Tanzsequenzen, die vor allem wegen interessanter Übergänge in verschiedene Tricks sehr spannend waren. Alles in allem fand ich die Show sehr sehenswert, hätte mir aber gewünscht, dass sie entweder ein bisschen länger gewesen wäre oder aber mehr Fokus auf die einzelnen Artist/innen gelegt hätte. Denn an vielen Stellen war so viel auf einmal los, dass man unmöglich alles sehen konnte. Für eine Impression gibt es hier einen Zusammenschnitt zu sehen und hier außerdem, für alle die Französisch sprechen, die Beschreibung auf der Homepage von CNAC.

Es war toll zu sehen, dass eine Zirkusdarbietung inszeniert sein kann wie eine zeitgenössische Tanzdarbietung oder ein Theaterstück - einfach als ernst zu nehmendes Stück Kunst.
Ich bin jetzt so richtig auf den Geschmack gekommen und möchte mir möglichst viele Shows ansehen (wenn es mein Geldbeutel zulässt).

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