Freitag, 9. September 2016

Woche 2 im Schnelldurchlauf - Tagesgeschehen

Den Montag in unserer zweiten Woche beginnen wir nicht mit Unterricht, sondern mit dem zweiten Teil des Physical Screening. Der findet aber nicht bei uns in der Schule, sondern im Hauptgebäude von Codarts, mitten im Stadtzentrum, statt. Natürlich verfahre ich mich auf dem Weg dorthin (aber nur kurz!). Achja, kleiner Exkurs. Letzte Woche habe ich mir, nach langer Suche, ein Fahrrad zugelegt. Ich habe erst ewig lange probiert, eines über das Internet zu kriegen, weil die da ziemlich günstig sind. Aber von den (geschätzt) 136 Menschen, die ich angeschrieben habe, haben mir genau 3 geantwortet. Einer davon wollte, dass ich in der nächsten viertel Stunde vorbei komme. Die anderen beiden haben mir innerhalb der nächsten viertel Stunde geschrieben, dass die Fahrräder bereits verkauft sind. Also musste ich den Schulweg erstmal zu Fuß erledigen. Und natürlich auch die restliche Fahrradsuche. Ich habe also am Donnerstag nach der Schule auf meinem Heimweg alle möglichen Fahrradläden abgeklappert. Die einen hatten gerade keine gebrauchten Fahrräder im Angebot, die anderen nur zu unverschämten Preisen. Das eine Fahrradgeschäft habe ich gar nicht erst gefunden, und das nächste hatte nur Kinderräder. Glücklicherweise bin ich am Ende in einem Secondhandladen fündig geworden, und bin jetzt stolzer Besitzer eines knallgrünen Hollandrades, das ich auf den Namen Emil getauft habe.
Nachdem ich angekommen bin, finde ich erst keinen Platz für mein Fahrrad. Danach verlaufe ich mich im Gebäude. Das ist wirklich riesig. Glücklicherweise treffe ich einen Mitschüler, sodass wir uns zusammen weiter verlaufen können. Wir finden aber dann trotzdem recht schnell unseren Zielort, zum Glück. Dort ziehen wir uns um, und schon geht es los. Folgende Stationen gehören zum Screening:

  1. Kniebeugen-Aufkleber-Station: Wir bekommen lustige weiße Aufklebeteile auf unsere Schulter-, Knie-, Hüft- und Fußgelenke und müssen dann einbeinig Kniebeugen machen, die gefilmt werden. Die Aufkleber wieder abzukriegen tut ziemlich weh.
  2. Auf-einem-Bein-hüpf-Station: Wir müssen jeweils dreimal mit beiden, mit dem linken und mit dem rechten Bein hochspringen und auch wieder auf demselben landen. Das ganze machen wir auf einer kleinen, gelben Matte, die mir irgendeinem Messgerät verbunden ist, das irgendetwas misst.
  3. Fragebogen-Station: Wir füllen online einen Fragebogen zum Thema Entspannung, Schlafgewohnheiten, Konzentration usw. aus.
  4. Wieg-und-mess-Station: Wir werden gemessen und gewogen, sogar zweimal, damit auch nichts falsches aufgeschrieben wird.
  5. Fett-Station: Mit einer lustigen Zange wird unser Fett am Oberarm, Rücken und Bauch eingeklemmt und gemessen, wie dick der Fettwulst ist. Anscheinend kann man daraus den Körperfettprozentsatz berechnen.
  6. Liegestütz-Station: Wir kriegen eine Minute Zeit, einen umgedrehten Plastikbecher und einen Partner. Dann müssen wir so viele Liegestützen machen wie wir können und dabei immer mit unserer Nase den Plastikbecher berühren.
  7. Vampir-Station: Uns werden 4 Liter Blut entnommen. Urgs. (Ok, ich übertreibe. Es waren vier kleine Phiolen. Trotzdem!)
  8. Puls-und-EKG-Station: Unser Puls wird gemessen. Gleichzeitig kriegt man (schon wieder!) lustige weiße Aufkleber überall hin, die unsere Herzspannungskurve aufzeichnen.
  9. Pust-Station: Wir sollen ausatmen, in eine weiße Pappröhre an einem Messgerät. Allerdings sollen wir gleichzeitig möglichst explosiv und lange ausatmen. Probiert das mal, es ist herrlich!
  10. Dubiose-Station: Wir sollen nacheinander unseren rechten sowie linken Arm auf eine Art Waagschale legen, die in der Mitte eine rechteckige Aussparung hat. Danach wird auf einem kleinen Display ein Wert angezeigt. Wenn die Werte für links und rechts übereinstimmen ist alles gut. Ich glaube, das machen sie nur zum Spaß.
  11. Sehtest-Station: Wir sollen auf ein Plakat gucken, das mit kleinen Kreisen übersät ist, die jeweils eine Öffnung nach oben, unten, links oder rechts haben. Die Kreise werden immer kleiner, wir müssen sagen, wo die Öffnung ist.
  12. Arzt-Station: Jeder geht einzeln in einen Raum, in dem ein Arzt sitzt. Der stellt Fragen zu Allergien, Operationen, Menstruation, Essgewohnheiten, Verletzungen und hört außerdem Herz und Lunge ab. 

Danach sind wir fertig (und mussten überhaupt keinen Ausdauerlauf machen, womit ich fest gerechnet hatte; ich bin sehr erleichtert). Der Tag ist allerdings noch nicht zu Ende. Wir fahren zurück zu unserem Zirkusgebäude und beginnen somit am Montag Nachmittag endlich mit den regulären Unterrichtsstunden.
Zu den Unterrichtsfächern in dieser Woche gehören:

  • Group Acro = Gruppenakrobatik
  • Dance = Tanzen
  • PP/Core = Warm-up mit Fokus auf Bauch- und Rückenmuskulatur, abwechselnd Krafttraining und Ballett
  • Circus History = Zirkusgeschichte
  • Flooracro = Bodenakrobatik
  • Health/Nutrition = Ernährungslehre
  • Object Manipulation = Jonglage und anverwandtes
  • Trampolin
  • Music = Musiktheorie und Singsang
  • Handstand
  • Composition = neue Bewegungsmuster ausprobieren und die eigene Bewegungsvielfalt vergrößern
  • Theater
  • PP/Power = Krafttraining der schlimmsten Sorte ;)
  • PP/Flexibility = Dehnung 
Außerdem ist die gesamte Woche schönes Wetter, weshalb wir unsere Mittagspausen draußen verbringen können, direkt am Wasser. Ebenfalls draußen verbringen wir unsere Unterrichtsstunden im Fach Handstand, denn unser Lehrer ist der Meinung, dass wir das gute Wetter genießen sollten, solange es noch währt. 
Am Freitag Nachmittag haben wir das oben erwähnte Krafttraining, das dafür sorgt, dass ich ein gemütliches Wochenende zusammen mit meinem Muskelkater verbringen kann.
Die erste Woche war wirklich toll und ich freue mich schon riesig auf die nächste!

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