Im Allgemeinen kann man aber sagen, dass all diese Stunden dazu dienen sollen, unsere Körper in irgendeiner Weise vorzubereiten, sei es auf den Schulalltag oder eher allgemein auf das Artistenleben.
Jeden Morgen beginnen wir mit einer Stunde PP/Core. Das ist an drei Tagen der Woche ein Warm-up aus Warmlaufen, Kraft- und Dehnübungen. Und an den zwei übrig gebliebenen Wochentagen haben wir jeweils Ballett. Das Warm-up haben wir mit Fabrizio und es ist meistens ziemlich lustig. In den ersten 15 Minuten laufen wir uns warm und spielen meistens noch ein kleines Spiel (beispielsweise Ninja-Zweikämpfe, inklusive passender Geräusche). Danach folgen dann ca. 20 Minuten Krafttraining, bei denen wir so gut wie alle Muskeln abarbeiten. Wir machen jede Übung zweimal, jeweils 20 Sekunden - dabei gerät man ziemlich ins Schwitzen. Wenn wir den Teil hinter uns gebracht haben, geht es weiter mit der Dehnung, auch hier dehnen wir so ziemlich jeden Muskel, den man im Körper so finden kann. Abschließend machen wir dann noch paarweise kurze Entspannungsübungen, die ich schlecht erklären kann. Vielleicht hilft diese meisterhafte Skizze weiter.
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| Ein Meisterwerk. |
An den Tagen, an denen wir Ballett haben, läuft das natürlich alles ein bisschen anders ab. Wie eine typische Ballettstunde nämlich. Wir fangen an der Stange an mit ein paar Lockerungsübungen und machen dann Tendus, Frappés, Jetés, Pliés, Developpés und was es sonst noch so gibt. (Seltsam, im Plural sehen diese Wörter extrem seltsam aus!) In den letzten paar Minuten machen wir dann noch ein paar Sprünge, natürlich nicht an der Stange. So, das wäre also alles, was unter PP/Core fällt.
Dann wäre da noch PP/Power. Das haben wir jeden Montag und Freitag, und es ist noch schlimmer als es klingt. Es ist nämlich ein hübsches kleines Krafttraining mit allseits beliebten Übungen. Beispielsweise 10 Handstand-Push-ups (wie Liegestützen, aber im Handstand. Und an der Kante einer Langbank, damit man auch möglichst weit runter kann), 20 Liegestützen (an den Ringen. herrlich!), 10 Klimmzügen (am Trapez, und immer schön in den Langhang zurück gehen!) oder 10 Powerhandstands (das sind Schweizer Handstände, aber nicht aus dem Stand, sondern aus dem Grätschwinkelstütz. Und ohne Pause natürlich!). Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ich freue mich jetzt schon darauf, irgendwann mal alle Übungen zu schaffen. Dann werd ich endlich aussehen wie Hulk! Aber mal ehrlich, danach fühlt man sich ziemlich gut.
Freitags folgt dann auf das Krafttraining noch PP/Flexibility. Und da wird alles, was man bei den Übungen davor schön verkürzt hat, nochmal ordentlich lang gezogen. Geplant soll das ganze Dehnungsprogramm zwar nur 1 Stunde dauern, bisher haben wir es aber jedes Mal geschafft zu überziehen. Daran ist übrigens nicht unser Lehrer Schuld, sondern wir Studenten. Danach hat man nämlich wirklich ein richtig gutes Gefühl. Fast sowas wie Entspannung ;)

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