Samstag, 3. September 2016

Am Anfang war das Chaos - Tagesgeschehen

Jetzt ist es soweit, ich bin in Rotterdam angekommen.
Vor einer Woche bin ich mit Sack und Pack und Regenschirm (besonders wichtig für ein Leben in den Niederlanden, wie mir anvertraut wurde) mit meiner Familie nach Rotterdam gefahren. Eine gemütliche 8-Stunden-Fahrt in einem ziemlich kleinen Auto, inklusive Bettwäsche, Bettdecke, Schlafsack, Waffeleisen, Luftmatratze, Geschirr, Lebensmitteln für 3 Wochen, Klamotten, einer halben Bibliothek (gefühlt!), Kuscheltier, Küchenkram und meiner Zimmerpflanze Emilie. Achja, meine Mutter und meine Schwester (und ich natürlich), sind auch noch im Auto. Nach mehreren Staus und Baustellen in Deutschland sowie etlichen Irrfahrten auf niederländischen Autobahnen, kommen wir kurz vor 11 Uhr abends am Ziel an.
Natürlich ist die Treppe in die Wohnung so steil, dass sie als Leiter durchgehen könnte.
Natürlich geht die Balkontür in meinem neuen, überhitzen Zimmer nicht auf.
Natürlich veranstaltet die gesamte Nachbarschaft an diesem Abend fröhlich lärmend auf der Straße einen Klatsch-und-Tratsch-Abend.
Natürlich hat die Luftmatratze ein Loch.
Die Nacht auf dem Fußboden kann ich nicht wirklich als angenehm beschreiben ;)

Darum ist die erste Tat am nächsten Tag - Matratzen besorgen. Die Verkehrslage auf dem Weg zum Shoppingcenter sorgt erneut für Verwirrung (wie wir später bemerken ist es ca. 1km 600 Meter von der Wohnung entfernt); wir stellen fest, dass Parken in Rotterdam so ziemlich überall 50 Cent kostet (für 18 Minuten!); wir verlaufen uns im Shoppingcenter (ist das eine eigene Stadt?) - aber wir haben am Ende zwei Matratzen. Die Balkontür kriegen wir übrigens auch auf (,dafür aber nicht mehr zu.)
Den Rest des Tages wollen wir am Strand in Den Haag verbringen. Leider sind wir nicht die einzigen, die diese Idee hatten. Deshalb verbringen wir etwa eine 3/4 Stunde mit der Suche nach einem Parkplatz (, der nicht 50 Cent pro 18 Minuten kostet). Wir werden fündig, wir gehen zum Strand, wir haben einen ziemlich schönen Rest vom Tag. Auf dem Heimweg verfahren wir uns ausnahmsweise und landen auf einer Autobahn, die das Navi nicht kennt. Trotzdem kommen wir irgendwie an.
Außerdem bleibt mir eine weitere Nacht auf dem Fußboden erspart, und ich liege auch fast gar nicht im Spalt zwischen den Matratzen. Welch Luxus!

Am Tag darauf gehen wir zu Ikea (übrigens: kostenlose Parkplätze), um ein Regal für die mitgebrachte Bibliothek und einen kleinen Tisch zu besorgen. Wir verfahren uns nur einmal dreimal auf dem Weg dorthin und im Ikea kennen wir uns auch fast aus. Wir kaufen nur vier Dinge mehr als wir eigentlich wollten und finden das Auto auch auf Anhieb.
Den Rest des Tages verbringen wir am Strand in Hoek van Holland (übrigens: kostenlose Parkplätze, schon wieder!); auf dem Weg dorthin verfahren wir uns zwar, aber immerhin weiß das Navi noch, wo wir sind. Wir treffen mehr oder wenig zufällig einen Freund aus Deutschland, wir sehen riesige Containerschiffe, wir finden unsere Handtücher auch wieder, nachdem sie komplett vom Sand verweht waren.
Wir finden den Heimweg (fragt nicht!), wir bauen Ikeamöbel auf, wir räumen das Zimmer ein. Meine Mutter verirrt sich noch ein letztes Mal an diesem Tag auf dem Weg zum Einkaufen (übrigens: Geschäfte haben hier auch sonntags auf!).

Am nächsten Tag geht's erstmals in die Schule.



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